Der LehrplanPLUS Mittelschule legt für das 10-Finger-Tastschreiben
nur die Kompetenzerwartungen und Mindest-Anschlagszahlen
fest, kein einheitliches Bewertungs- oder Prüfungsschema. In der
Praxis übernehmen viele Schulen das Schema aus der ISB-Empfehlung
für die Realschule sinngemäß — mit reduzierten Erwartungen
entsprechend Jahrgangsstufe. Maßgeblich ist immer das Schul- bzw.
Fachschafts-Bewertungsschema deiner Mittelschule.
Überblick
An bayerischen Mittelschulen wird das 10-Finger-Tastschreiben in
zwei Phasen verortet:
-
Pflichtlehrgang in den Jahrgangsstufen 5 und/oder 6
— Grundlagen, Griffwege, Ergonomie, erste DIN-5008-Regeln.
-
Wahlpflichtfach „Wirtschaft und Kommunikation" (WiK)
ab Jahrgangsstufe 7 — Fortführung mit klaren
Mindestanforderungen an die Schreibgeschwindigkeit pro Jahrgang.
Klassen 5 / 6 — Pflichtlehrgang Tastschreiben
Lerninhalte des Lehrgangs (laut LehrplanPLUS):
- Grundstellung und Griffwege für obere und untere Buchstabenreihe
- Großschreibung mit Shift-Taste
- Tastwegübungen, Wörter, Sätze, kurze Fließtexte
- Ergonomische Schreib- und Körperhaltung
- Satzzeichen (Komma, Punkt) und Sonderzeichen nach DIN 5008
- Fehlererkennung und -berichtigung
Der Lehrplan nennt für diese Phase keine verpflichtende
Mindest-Anschlagszahl — entscheidend ist der individuelle
Entwicklungsstand. Sinnvolle Praxisrichtwerte: 7. Klasse
800–1.000 Anschläge in 10 Minuten, 8. Klasse 1.200 Anschläge in
10 Minuten (analog zu Erfahrungswerten aus dem Realschul-Umfeld).
Wirtschaft & Kommunikation 7–10
Ab Klasse 7 ist das 10-Finger-Tastschreiben fester Lernbereich im
Wahlpflichtfach „Wirtschaft und Kommunikation". Die Schüler
vertiefen Schreibsicherheit und -fertigkeit und arbeiten mit
Texterfassung nach Vorlage und Diktat. Lerninhalte umfassen
Ziffern und Sonderzeichen, DIN-5008-Regeln, geschützte Leer- und
Mittelstriche sowie Fehlerarbeit.
Mindest-Anschläge laut LehrplanPLUS
| Jahrgangsstufe |
Mindest-Schreibgeschwindigkeit |
Entspricht in 10 Minuten |
| 5 / 6 (Pflichtlehrgang) |
keine verbindliche Vorgabe |
nach Entwicklungsstand |
| 7 (WiK) |
≥ 80 Anschläge/min |
≥ 800 Anschläge |
| 8 (WiK, M-Klasse) |
≥ 130 Anschläge/min |
≥ 1.300 Anschläge |
| 9 (WiK) |
≥ 140 Anschläge/min |
≥ 1.400 Anschläge |
| 10 (WiK, M-Klasse) |
≥ 160 Anschläge/min |
≥ 1.600 Anschläge |
Quelle: LehrplanPLUS Mittelschule, Fachlehrpläne „Wirtschaft und
Kommunikation" 7–10 (siehe Link-Liste unten).
Bewertung in der Praxis
Der LehrplanPLUS gibt für die Mittelschule keine eigene
Bewertungs-Skala für 10-Minuten-Abschriften vor. Vielerorts wird
das Schema aus der ISB-Empfehlung für die Realschule
sinngemäß übernommen — mit folgenden, in der Praxis verbreiteten
Anpassungen:
-
Schwellen an die Jahrgangsstufe anpassen. Statt
pauschal 600 Anschläge in 10 Minuten zu fordern, orientiert man
sich an den Mindest-Anschlägen der jeweiligen Jahrgangsstufe
(siehe Tabelle oben).
-
Anschläge zählen wie an der Realschule:
„Falls zwei Anschläge nötig sind, z. B. für Großbuchstaben,
Zahlen, Sonderzeichen usw., werden zwei Anschläge gezählt."
(ISB-Empfehlung 2025). Shift wird also als eigener Anschlag
mitgezählt, Leerzeichen sind eigene Zeichen.
-
Fehler-Logik analog Realschule: ein Fehler pro
Wort, Wiederholungsfehler nur einmal, Fehler im letzten Wort
nicht gezählt, Leerzeichen-/Return-Fehler je ein Fehler.
-
Anschlagsunterschreitung: je 10 % weniger
Anschläge als gefordert → eine Notenstufe schlechter
(Verbreitete Praxis).
-
Nicht-Anwendung des 10-Finger-Systems: pauschal
Note 6 wird ausdrücklich nicht empfohlen — stattdessen eine
Notenstufe Abzug.
Die genaue Notenskala (z. B. Fehlerquotient oder absolute
Fehleranzahl) wird an der Mittelschule meist von der Fachschaft
pro Jahrgangsstufe festgelegt und sollte in der Schulfamilie
einheitlich veröffentlicht werden.
TippMaster einstellen
-
Lehrer-App öffnen, oben rechts im Prüfungs-Panel auf das
Zahnrad klicken (oder ⌘+,).
-
Im Tab Zählweise:
- „Shift-Taste als eigenen Anschlag werten" → ein
- „Leerzeichen als Zeichen werten" → ein
Beide Schalter sind in TippMaster bereits werkseitig so vorbelegt.
-
Im Prüfungs-Panel:
- Modus: Prüfung (für benotete Leistungsnachweise)
- Dauer:
10 Minuten (= 600 s) für Klassen 7+ —
in den Klassen 5/6 lieber kürzere Übungs-Abschriften
gemäß Entwicklungsstand.
-
Korrekturen erlauben: ab Einführung der Korrekturtaste
ja (Sofortkorrektur).
-
Bei klassischer Abschrift vom Papier:
Schalter „Vorlagentext beim Schüler ausblenden"
aktivieren — die Schüler tippen vom ausgedruckten Blatt ab,
die Live-Auswertung läuft normal weiter.
-
Im Tab Datenbank-Speicherort kann der DB-Pfad
bei mehreren Lehrer-Rechnern auf einen Netzwerk-Share gelegt
werden — dann nutzen alle PCs der Schule denselben Konfigurations-
und Schüler-Bestand.
Tipp: Eine ausführlich kommentierte Notenskala
inklusive Fehlerquotient findest du in der
Realschul-Anleitung — die
dortigen Tabellen lassen sich für die Mittelschule jeweils mit
den oben genannten Soll-Anschlägen kombinieren.
Weiterführende Links